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Diagnostik

 



Wie kann eine Legasthenie oder Dyskalkulie bei einem Kind festgestellt werden?

Eltern und Lehrer sollten die ihnen anvertrauten Kinder genau auf Anzeichen einer Legasthenie /Dyskalkulie beobachten und das Gespräch suchen, um notwendige Maßnahmen, wie Diagnostik, schulische Förderung und Ausgleichsmaßnahmen sowie außerschulische Förderung aufeinander abstimmen zu können.

Lehrer sind durch die VerwaltungsvorschriftKinder und Jugendliche mit Behinderungen und besonderem Förderbedarf“ vom 22. 8. 2008 ausdrücklich zur Beobachtung des Lernprozesses ihrer Schüler und zu einer differenzierten Lernstandsbeschreibung verpflichtet. In Klasse 2 können auch standardisierte Lese-, Rechtschreib- und Rechentests durchführt werden.

Bei Verdacht auf gravierende Teilleistungsschwierigkeiten ist eine medizinische Fachdiagnostik ratsam. Die Fachdiagnostik schafft für alle Beteiligte Klarheit darüber, welche Problematik in welchem Ausmaß beim Kind vorliegt.



Wann liegt eine Lese-Rechtschreib- oder Rechenstörung vor? Was beinhaltet die medizinische Fachdiagnostik und wer führt sie durch?

Lese-Rechtschreibstörung/Legasthenie und Rechenstörung/ Dyskalkulie sind umschriebene Entwicklungsstörungen schulischer Fertigkeiten im Sinne des internationalen Störungskatalogs der WHO ICD-10 (F.81), s. Legasthenie Definition und Dyskalkulie Definition. Davon zu unterscheiden sind die leichteren Beeinträchtigungen, die als Leserechtschreib- oder Rechenschwäche bezeichnet werden.

Für eine Lese-Rechtschreibstörung/Legasthenie oder Rechenstörung/ Dyskalkulie müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Schlechte Lese-Rechtschreib- oder Rechenleistungen: Deutliche Diskrepanz zwischen der Teilleistung und dem Alters- oder Beschulungsniveau oder Intelligenzniveau.

  • Normale oder überdurchschnittliche Intelligenz: Eine allgemeine Lernstörung und Intelligenzminderung muss ausgeschlossen werden.

  • Ausschluss körperlicher und psychischer Grunderkrank­ungen: z. B. Seh-, Hör- und motorische Störungen sind als Ursachen auszuschließen.

  • Keine unzureichende Beschulung oder psychosoziale Probleme als Ursachen.



Die Feststellung einer Lese-Rechtschreibstörung/Legasthenie bzw. Rechenstörung/ Dyskalkulie basiert auf einer umfassenden medizinischen Differenzialdiagnostik, die ausschließlich von Kinder- Jugendpsychiatern, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten bzw. speziell qualifizierten Ärzten oder Psychotherapeuten durchgeführt werden darf.




 

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