Begleit- und Folgeprobleme einer Dyskalkulie

Die schulischen Misserfolge beeinträchtigen das Selbstwertgefühl der betroffenen Kinder. Die Kinder leiden darunter, die Leistungserwartungen der Schule, der Eltern oder auch ihre Erwartungen an sich selbst nicht ausreichend erfüllen zu können.

Häufig erfahren sie von Lehrern, Mitschülern oder ihrer Familie Vorwürfe oder Schuldzuweisungen für ihr schulisches Versagen ("zu dumm", "zu faul"). Beide Vorwürfe sind falsch: Rechenschwache Kinder sind normal oder sogar überdurchschnittlich begabt. Dyskalkulie lässt sich durch Üben nicht bessern, solange dem betroffenen Kind das Verständnis für die mathematischen Größen und Rechenoperationen fehlt.

Durch unzureichende Berücksichtigung der Rechenstörung im schulischen Unterricht und den sich daraus ergebenden wiederholten Misserfolgserlebnissen entwickeln die betroffenen Kinder nicht selten Mathe- und Prüfungsängste und behandlungsbedürftige seelische Störungen, psychosomatische Krankheiten oder Verhaltensauffälligkeiten. Die Prüfungsängste können sich über Jahre hinweg manifestieren und zu einer generalisierten Lernverweigerung führen. Um diesen Teufelskreis zu verhindern, sind frühzeitiges Erkennen und Fördern von herausragender Bedeutung.